Da unser Heft nur alle halbe Jahre erscheint, einige unserer Autoren aber vor schöpferischer Kraft und Mitteilungsdrang schier platzen, haben wir die BiS-Files eingerichtet, wo die Autoren alles kundtun können, was ihnen gerade durch den Kopf geht - ja, man könnte sagen, daß die BiS-Files so eine Art Ur-Blog sind, entstanden in einer Zeit, als es das Wort "Blog" noch gar nicht gab.

Im Moment geben sich hier die Ehre unsere Schreiber Brachland, Bös, Der leere Eimer, Elffriede, Heyoka, Kasimira und Z.

Hier sind die Einträge von Bös vom 18.02.2010 bis zum 20.08.2010. [Ältere Einträge]

Straßenschau

Nicht neu ist es, dass eine Menge Leute nichts mehr dabei finden, mit ihren zum Teil recht intimen Daten um sich zu werfen - ob bei Facebook, Flickr, StudiVZ, über die "Payback"-Karte oder über Gewinnspiele.
Bemerkenswert ist aber, wenn diese Leute nun plötzlich auf die Barrikaden gehen, wenn ein Unternehmen die Fassaden ihrer Häuser knipst ... (am 20.08.2010 von Bös) · #Direktlink zum Versenden

Gewissensbisse

Ich hätte es nicht tun dürfen. Ich hätte, hätte, hätte es wirklich nicht tun dürfen! *Ein* schwacher Moment, *eine* Minute der Selbstvergessenheit - und schon war es geschehen.
Ich habe Schuld auf mich geladen.
Ich habe unrecht getan.
Ich habe gespendet.
Als böser Atheist. (am 17.08.2010 von Bös) · #Direktlink zum Versenden

Nur Trickfilme

Der beste Kommentar, den ich bislang überhaupt zum sogenannten "Karikaturenstreit" gehört (und gesehen) habe, ist die Folge "Cartoon Wars" von "South Park".
"South Park" sollte endlich Lehrstoff an unseren Schulen werden und meinetwegen den Religionsunterricht ersetzen. Damit wären wir Humboldt und dem Ideal der Aufklärung wieder deutlich näher. Außerdem würden dann vielleicht wenigstens die nachfolgenden Generationen lernen, sich selbst nicht so wichtig und alles so ernst-pathetisch zu nehmen.
Aber wie auch immer - "South Park" is' ja eh nur ein Trickfilm, Kinderkram ... (am 22.07.2010 von Bös) · #Direktlink zum Versenden

Das Leid des Satirikers

In eines seiner Programme hat der Kabarettist Dieter Nuhr den Ausspruch "Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal die Fresse halten" (oder so ähnlich) eingebaut. Das Tragikomische ist, dass dieser Spruch nun zur Allzweckwaffe, zum zigfach rezitierten Mantra genau der Klugscheißer geworden ist, auf die Nuhr damit abgezielt hat.
Erinnert ein wenig an Tucholsky und seine Wortschöpfung "nichtsdestotrotz". (am 23.06.2010 von Bös) · #Direktlink zum Versenden

Schuld und Lust

Bei den seitens der katholischen Kirche mittlerweile routinemäßig und floskelhaft vorgetragenen Selbstbezichtigungen und Entschuldigungen ohne jede echte Konsequenz fühlte ich mich an eine Beobachtung Noam Chomskys erinnert:
"Nichts ist einfacher, als sich eine neue Form der Selbstbefriedigung anzueignen, die nicht weniger lähmt als die alte Apathie. [...] Es ist nicht gerade eine neue Einsicht, dass sich das Bekenntnis der Schuld als eine Technik institutionalisieren lässt, eben das zu vermeiden, was getan werden müsste. Man kann sogar ein Gefühl der Befriedigung empfinden, wenn man seine eigene böse Natur betrachtet." (am 28.05.2010 von Bös) · #Direktlink zum Versenden

Dampfplauderer

Euch, die Ihr so gerne "starten" statt "beginnen" oder "anfangen" sagt und "ich erinnere etwas" statt "ich erinnere mich an etwas" und "in Deutsch" statt "auf Deutsch" - Euch möchte ich dazu ermuntern, nicht auf halbem Wege stehenzubleiben, sondern entschlossen und vor allem konsequent weiterzumachen!
"Die Erinnerung meines ersten Kusses ist nicht sehr angenehm. In gut Deutsch gesagt: aller Start ist schwer." - *So* etwas möchte ich endlich mal von Euch hören!
Darüber hinaus, ich stelle die Frage: sind nicht da viel mehr Möglichkeiten anzuwenden Englische Grammatik zu unsere Sprache? (am 26.04.2010 von Bös) · #Direktlink zum Versenden

Kampagnen

Es ist schon bezeichnend, dass der Begriff "Kampagne" zur Zeit am häufigsten gebraucht wird von zwei Personen: Vizekanzler Westerwelle und Erzbischof Zollitsch. Beide haben sie persönlich niemandem Leid zugefügt oder sich eines Vergehens schuldig gemacht, beide aber sind sie ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden. Beide sind sie sehr stark im Austeilen, besonders gegen Schwächere, und im Äußern von Ansprüchen, dabei aber sehr schwach im Ertragen von Kritik. Und so greifen sie nun beide zum selben Mittel, um jegliche Kritik an sich als illegitim abzuschmettern und berechtigte Fragen als unzulässig abzutun, indem sie sie mit dem rhetorischen Trumpf "Kampagne" verunglimpfen.
Was eine Kampagne ist, kann den beiden vielleicht Barack Obama einmal bei Gelegenheit erläutern, der sich in den USA allerdings nicht greinend zurückgezogen hat angesichts der Hetzkampagne, die wegen der von ihm angestrebten Einführung einer staatlichen Krankenversicherung gegen ihn geführt wurde. Ihm wurden totalitäre Bestrebungen angedichtet, er wurde mit Hitler verglichen und ähnliches mehr. DAS war eine Kampagne. Er hielt stand.
Aber gut, Obama ist sicherlich kein Maß für Leute wie Westerwelle und Zollitsch. Machen wir es also einige Nummern kleiner: wie Merkel damit umging und umgeht, dass sie jahrelang immer wieder auf ihr Äußeres reduziert und dafür verspottet wurde; wie Lafontaine die seit Jahren laufende Rufmordkampagne gegen sich erträgt; wie Hartz-IV-Empfänger die wochenlange Hetze gegen sich hinnehmen mussten; wie die Schauspielerin Kekilli die Treibjagd einer bestimmten Zeitung gegen sich erduldete - das alles sollten sich die Herren W. und Z. einmal anschauen und dann einfach die Klappe halten. (am 23.03.2010 von Bös) · #Direktlink zum Versenden

Was nervt ...

Schauspieler mit rasierten Schädeln, die im Film ständig mit ihren Händen liebkosend ihre kahlen Birnen betatschen. (am 18.02.2010 von Bös) · #Direktlink zum Versenden